Wenn Du Shopping-Anzeigen schalten willst, musst Du Dich zwischen zwei Kampagnentypen entscheiden: Performance Max (PMax) und Standard Shopping. Google wird immer die PMax-Kampagne empfehlen. Aber ist das wirklich immer die bessere Wahl?
In diesem Post zeige ich Dir einen ausführlichen Vergleich beider Kampagnentypen. Zudem helfe ich Dir zu entscheiden, welcher für Dich und Deine Ziele besser geeignet ist. Los geht’s.
Das wichtigste auf einen Blick
- Standard Shopping Kampagnen schalten ausschließlich Shopping-Anzeigen. Sie bieten viel Kontrolle (Gebote, Negative Keywords, Zielgruppen) und benötigen mehr manuellen Aufwand.
- Performance Max Kampagnen automatisieren die Anzeigenplatzierung über das gesamte Google-Netzwerk. Mit den 2025/2026er Updates (Channel Performance Report, 10.000 Negative Keywords, NCA, demografisches Reporting) sind sie deutlich besser steuerbar als noch 2023/2024.
- Feed-Only PMax ist die Brücke zwischen klassischem Standard Shopping und voller PMax-Automatisierung. Wer Smart-Shopping-Ersatz sucht, ist dort gut aufgehoben.
Übersicht:
| Merkmal | Performance Max | Standard Shopping |
|---|---|---|
| Reichweite | Großes Google-Netzwerk | Begrenzt auf Shopping-Ergebnisse |
| Optimierung | Automatisch via KI | Manuelle Steuerung |
| Kontrolle | Eingeschränkt, aber 2025/2026 deutlich verbessert | Volle Kontrolle über Zielgruppen, Keywords, Budget |
| Aufwand | Gering | Höher |
| Mindest-Conversions/Monat | 30-50 für stabile Lernphase | Funktioniert auch mit weniger Volumen |
Was sind Standard Shopping Kampagnen?
Standard Shopping Kampagnen sind eine Möglichkeit, Deine Produkte im Google Suchnetzwerk zu bewerben, wenn mögliche Kunden nach Produkten wie Deinen suchen. Diese Kampagnen zeigen Anzeigen, die sich automatisch aus Deinen Produktinformationen wie Titel, Beschreibung, Preise und Bilder aus Deinem Google Merchant Center Feed generieren.

Dieser Kampagnentyp ist ausschließlich für E-Commerce relevant. Ein vorhandener Google Merchant Center Account mit gültigem Feed muss hierfür vorliegen.
Wie funktionieren Standard Shopping Kampagnen?
Anstatt wie bei anderen Kampagnentypen auf konkrete Keywords zu bieten, bestimmen die Produktdaten, die Du über das Merchant Center hochgeladen hast, wann Anzeigen geschaltet werden.
Shopping-Anzeigen kombinieren diese Daten:
- Produktbilder
- Titel des Produkts
- Produktpreis
- Der Name Deines Unternehmens

Kampagnen-Priorität
Beim Erstellen der Kampagne kannst Du eine Priorität hinzufügen.

Der Zweck ist, Google zu signalisieren, welche Kampagne bevorzugt werden soll, wenn beide identische Produkte enthalten.
Welche Targeting-Optionen gibt es?
Auf Basis der Daten auf Deinen Produktseiten entscheidet Google automatisch, welche Suchanfragen Deine Shopping-Anzeigen auslösen. Anders als bei Suchanzeigen kannst Du hier keine eigenen Keywords zum Targeting definieren.
Zudem kannst Du wie gewohnt Zielgruppen verwenden. So kannst Du Interessens-, kaufbereite und Remarketing-Zielgruppen für Deine Shopping-Kampagnen verwenden.
Als letzte Targeting-Option ist GEO-Targeting möglich.
Wie kannst Du Standard-Shopping Kampagnen strukturieren?
Shopping-Kampagnen folgen der gewohnten Struktur von Kampagne > Anzeigengruppe > Anzeige. Du kannst Deine Kampagnen in mehrere Anzeigengruppen unterteilen.
Du kannst die Kampagnen auf Kampagnenebene unterscheiden:
- nach Produktgruppen (Kategorien, Bestseller)
- anhand der Priorität
- nach Region
In jeder Kampagne kannst Du mit Anzeigengruppen weiter strukturieren:
- unterschiedliche Zielgruppen ansprechen
- Produktgruppen weiter unterteilen
Was sind Performance Max Kampagnen?
Performance Max (PMax) Kampagnen sind die nächste Generation der Werbeautomatisierung in Google Ads. Mit diesem einen Kampagnentyp kannst Du automatisiert Anzeigen im gesamten Google-Netzwerk schalten.
PMax ist der Nachfolger der Smart Shopping Kampagnen.

Neben den Shopping-Ergebnissen werden Deine Werbemittel auch in allen anderen verfügbaren Netzwerken und Formaten ausgespielt: von der Google-Suche über YouTube und das Display-Netzwerk bis hin zu Gmail.
Diese Kampagnen nutzen KI- und Machine-Learning-Technologien, um Anzeigen automatisch dort zu platzieren und zu optimieren, wo sie am wahrscheinlichsten die besten Ergebnisse erzielen.
Falls Du mehr Infos zum Kampagnentyp suchst: Alles über Performance Max Kampagnen.
Wie funktionieren Performance Max Kampagnen?
PMax Kampagnen automatisieren den gesamten Prozess der Anzeigenplatzierung und -optimierung. Im Prinzip definierst Du, was Du mit der Kampagne erreichen willst (z.B. Verkäufe oder Kontaktanfragen) und der Google Algorithmus optimiert die Kampagne darauf.
Wie werden Anzeigen generiert?
PMax-Kampagnen funktionieren so, dass Du Google möglichst viele Werbemittel zur Verfügung stellst. Diese Werbemittel werden Assets genannt. Der Algorithmus nimmt die Werbemittel und kombiniert sie für die bestmögliche Performance.
Hierfür kannst Du Texte, Bilder und Videos hinterlegen. Google generiert daraus eine Vielzahl unterschiedlicher Anzeigenkombinationen.

Zusätzlich generiert Google standardmäßig automatisch weitere Assets, basierend z.B. auf dem Inhalt Deiner Website.
Wie kannst Du PMax Kampagnen strukturieren?
PMax Kampagnen haben einen anderen Aufbau als normale Such- oder Shopping-Kampagnen. Statt Kampagne > Anzeigengruppe > Anzeige gibt es Asset Gruppen, die das Targeting und die Anzeigengestaltung auf einer Ebene ermöglichen.

Eine Asset-Gruppe enthält alle Assets, zugewiesene Produktgruppen aus dem Merchant Center Feed (wenn vorhanden) und Zielgruppensignale.
Welche Targeting-Optionen gibt es?
Das Targeting bei Performance Max Kampagnen funktioniert anders. Für jede Asset-Gruppe kannst Du Zielgruppensignale hinterlegen. Diese sind Hinweise für den Algorithmus, keine echte Kontrolle.

Folgende Signale kannst Du hinterlegen:
- Search Themes: Bis zu 50 Suchbegriffe pro Asset-Gruppe (Limit 2025 von 25 auf 50 erhöht). Google markiert sie mit Relevanz-Einstufung.
- Customer Match Listen (besonders stark, weil First-Party-Daten)
- Benutzerdefinierte Zielgruppen
- Retargeting-Zielgruppen
- Demografische Eigenschaften
Mehr im Artikel PMax Zielgruppensignale.
Keyword-Steuerung 2025/2026: deutlich verbessert
Seit Ende 2025 hat sich die Keyword-Steuerung bei PMax stark verbessert:
- Bis zu 10.000 Negative Keywords pro Kampagne kannst Du direkt hinterlegen, ohne Google Support. Mehr: PMax Negative Keywords.
- Brand-Exclusions sind auf Kampagnen- und Account-Ebene möglich.
- New Customer Acquisition (NCA) als eigene Einstellung für gezielten Neukunden-Fokus.
GEO-Targeting wie gewohnt
Wie bei anderen Kampagnentypen kannst Du einstellen, in welcher Region die Kampagne Anzeigen schalten soll.
Exkurs: PMax als Feed-Only Smart-Shopping-Ersatz
Es gibt einen Weg, mit PMax nur Anzeigen zu schalten, die auf Deinem Produktfeed basieren. So schaltet die Kampagne nur Shopping und dynamisches Remarketing. Der Trick ist, eine Kampagne ohne (zusätzliche) Assets zu erstellen.
In diesem Post geht es im Detail um Feed-Only Performance Max Kampagnen.
Kurz: Erstelle die Kampagne über das Google Merchant Center (so kannst Du sie ohne Asset-Pflicht anlegen), dann in Google Ads die automatisch generierten Assets deaktivieren.

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Standard Shopping vs. PMax, der Vergleich
Grundsätzlich unterscheiden sich beide Kampagnentypen vor allem in der Ausrichtung:
Die Standard Shopping Kampagne ist eine spezialisierte Kampagne, deren Anzeigen ausschließlich in den Shopping-Ergebnissen erscheinen. Die PMax Kampagne ist eher das Schweizer Taschenmesser, das die Funktionen von 7 unterschiedlichen Kampagnentypen vereint.
Der direkte Vergleich
| Merkmal | Performance Max | Standard Shopping |
|---|---|---|
| Netzwerk | Nutzung der meisten Google Ads-Kanäle inkl. Shopping, Suche, Display, YouTube, Gmail, Discover, Maps | Beschränkt auf Shopping-Tab, Google Suche, Google Bilder, Suchnetzwerk-Partner, Google Maps |
| Anzeigenformate | Umfassende Formatvielfalt: Shopping-, Display-, Suchanzeigen, YouTube | Begrenzt auf Shopping-Anzeigen und lokale Produktanzeigen |
| Gebotsstrategien | Automatisierte Strategien (Conversion-Wert, Conversions maximieren) | Automatisierten UND manuellen Strategien möglich (Ziel-ROAS, Klicks maximieren, CPC) |
| Anzeigen-Creatives | Automatische Erstellung aus Asset-Gruppen und Merchant Center-Feed | Erstellung aus Merchant Center-Feed, keine zusätzlichen Creative-Assets |
| Negative Keywords | Bis zu 10.000 pro Kampagne (seit Ende 2025), kontoweite Listen verknüpfbar | Volle Kontrolle, kampagnen- und kontoweit |
| Brand Exclusions | Kampagnen- und Account-Ebene | Über Negative Keywords lösbar |
| Channel-Verteilung sichtbar | Channel Performance Report (seit Mitte 2025) | Nur Shopping, daher nicht nötig |
| Audience-Tiefe | Customer Match + demografische Aufschlüsselung im Reporting | Standard-Audience-Targeting |
| Neukunden-Steuerung | NCA als eigene Einstellung | Nicht direkt steuerbar |
| Targeting-Kontrolle | Zielgruppensignale + Negative Keywords + Brand Exclusions | Volle Kontrolle über Zielgruppen, Negative Keywords, Listing Groups |
| Kampagnenpriorität | Höhere Priorität ggü. Standard Shopping | Geringere Priorität ggü. PMax |
| Verwaltungsaufwand | Gering, da automatisch | Mittel, mehr Aufwand für Optimierung |
Der Vergleich zeigt: beide Kampagnentypen unterscheiden sich stark. Das heißt aber nicht, dass einer zwangsläufig besser ist als der andere.
Warme vs. kalte Zielgruppen
Performance Max setzt im Vergleich zu Standard Shopping standardmäßig stark auf warme Audiences. PMax nutzt auch die Remarketing-Daten und versteht besser, welche Nutzer bereits mit Deiner Seite interagiert haben.
Das erklärt, warum PMax-Kampagnen in der Performance oft besser aussehen. Standard Shopping bietet mehr Kontrolle und eignet sich besser, um gezielt Neukunden anzusprechen (in PMax übernimmt die NCA-Einstellung diese Rolle, aber mit Limitierungen).
Die Vor- und Nachteile beider Kampagnentypen
Performance Max
Vorteile
- Große Reichweite: Vereint die Funktionen mehrerer Kampagnentypen.
- Automatische Optimierung: Profitiert am meisten von Googles KI.
- Kompletter Marketing Funnel in einer Kampagne.
- Geringerer Aufwand durch hohen Automatisierungsgrad.
- Hohe Priorität seitens Google.
- Deutlich bessere Kontrolle seit 2025/2026: 10.000 Negative Keywords, Channel Performance Report, NCA, demografisches Audience-Reporting.
Nachteile
- Weniger Kontrolle als bei Standard Shopping, auch wenn 2025/2026 die Lücke kleiner geworden ist.
- Geringe Transparenz im Detail. Für mehr Transparenz hilft der Channel Performance Report und PMax Skripte.
- Dauer der Lernphase: 2-4 Wochen typisch, kann je nach Budget variieren. Mehr: PMax Lernphase.
- Nicht ideal für kleine Budgets oder Accounts mit wenig Conversion-Daten.
Standard Shopping
Vorteile
- Volle Kontrolle über negative Keywords, Zielgruppen, Produktgruppenfilter und manuelle Gebote.
- Transparente Leistungsdaten. Du kannst genau nachvollziehen, welche Produkte, Zielgruppen und Keywords gut bzw. schlecht funktionieren.
- Reiner Fokus auf Shopping Anzeigen.
- Funktioniert auch mit kleinem Budget, ohne dass die KI ein bestimmtes Mindest-Conversion-Volumen braucht.
Nachteile
- Mehr manuelle Arbeit.
- Geringere Priorität ggü. PMax. Bei Überschneidungen verliert Standard Shopping.
- Begrenzte Reichweite auf Shopping-Ergebnisse.
- Abhängigkeit vom Produkt-Feed.
Standard Shopping oder PMax, welcher Kampagnentyp ist der richtige für Dich?
Wie so oft heißt die Antwort: Es hängt davon ab.
Standard Shopping ist nicht tot
Es gibt nach wie vor Use Cases, wo Standard Shopping die richtige Wahl ist:
- B2B-Produkte oder Nischen-Sortiment mit geringem Volumen: PMax braucht 30-50+ Conversions/Monat für stabile Optimierung. Wer darunter liegt, fährt mit Standard Shopping kontrollierter.
- Wunsch nach manueller Gebots-Steuerung pro Produkt-Gruppe: Standard Shopping erlaubt Gebote auf Listing-Group-Ebene. PMax nur über Conv-Value-Steuerung.
- Brand-Search-Sauberkeit: Für Brand-Suchen mit eigener Strategie ist eine separate Standard-Shopping-Kampagne klar steuerbar.
Wer dagegen ein gut performendes Konto mit 50+ Conversions/Monat hat und das gesamte Google-Netzwerk bespielen will, ist mit PMax inzwischen sehr gut bedient.
Überlegungen im Entscheidungsprozess
1. Wie wichtig ist Dir Kontrolle und Transparenz?
Liebst Du es, ins Detail zu gehen, jede Anzeigenplatzierung zu analysieren und Deine Gebote manuell anzupassen? Dann sind Standard Shopping Kampagnen ideal.
Hier kannst Du genau festlegen, für welche Produkte Du werben möchtest, und behältst die volle Kontrolle.
Wenn Du Wert auf Effizienz und breite Abdeckung legst, ohne Dich in die Tiefen der Kampagneneinstellungen vertiefen zu müssen, könnten Performance Max Kampagnen die bessere Wahl sein.
2. Dein Ziel: Was willst Du erreichen?
Möchtest Du Deine Marke einem breiten Publikum präsentieren? Performance Max Kampagnen eignen sich hervorragend dafür. Standard Shopping bietet die Präzision, gezielt auf bestimmte Produkte und Zielgruppen abzuzielen.
3. Wie viele Kapazitäten hast Du?
Die Verwaltung von Standard Shopping Kampagnen kann zeitaufwendiger sein, da sie mehr manuelle Eingriffe erfordert. Hast Du die Kapazitäten, Dich regelmäßig mit Deinen Kampagnen auseinanderzusetzen? Oder suchst Du eine voll automatisierte Lösung?
Beide Kampagnen kombinieren?
Eine Kombination aus beiden Kampagnentypen kann die beste Strategie sein. Wichtig: Es darf keine Überschneidungen geben. Denn sonst gewinnt die PMax Kampagne.
Mögliche Aufteilungen:
- Aufteilung nach Produktkategorien
- Shopping-Kampagnen + PMax-Kampagne nur für Bestseller
- Performance Max für generische Suchanfragen, Standard Shopping für Suchanfragen mit Markennamen
- Aufteilung nach Region
Mittelweg: Feed-Only PMax
Wenn Du den klassischen Smart-Shopping-Ansatz suchst, gibt es mit Feed-Only PMax eine spezialisierte Variante. Mehr im Artikel Feed-Only PMax Kampagne.
Google Ads Experiment: Standard Shopping vs. PMax
Wenn Du herausfinden möchtest, welche Kampagnenart für Dein Unternehmen am besten funktioniert, kannst Du ein Google Ads Experiment erstellen. Dabei vergleichst Du Standard Shopping mit Performance Max und erhältst handfeste Daten.

Vertraue Deinen Daten
Denk daran, dass es keine Einheitslösung gibt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Deine Kampagnen regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, basierend auf den Leistungsdaten.
In vielen Fällen ist es das beste für Dich zu testen, welche Kampagnentypen für Dein Angebot am besten funktionieren.
Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.
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