Wenn Du Performance Max oder Shopping Kampagnen schaltest, hast Du vielleicht schon einmal folgende Empfehlung gesehen:
Auf alle infrage kommenden Shopping-Produkte ausrichten: Sie können einen höheren Conversion-Wert erzielen, wenn Sie alle Ihre Shopping-Produkte mit einer universellen Kampagne (engl. Catch-All Kampagne) bewerben. Sie sehen diese Empfehlung, weil in Ihrem Shopping-Feed Onlineprodukte ohne Ausrichtung enthalten sind.
Google Ads Empfehlung
Auch sonst wird Dir der Begriff Catch-All Kampagne womöglich schon begegnet sein. Aber was ist eigentlich mit dem Begriff gemeint?
In diesem Post erfährst Du alles, was Du dazu wissen musst. Außerdem zeige ich Dir Strategien, wie Du diese Art der Kampagnen auch für Deinen Shop einsetzen kannst.
Was ist eine Catch-All Kampagne?
In Google Ads bezeichnet man Kampagnen als Catch-All bzw. universelle Kampagnen, wenn sie alle verfügbaren Produkte bewerben. Es gibt keine Einschränkungen auf bestimmte Produkttypen, Kategorien oder ähnliches.

Eine Catch-All Kampagne kann eine Performance Max (PMax) oder eine Standard Shopping Kampagne sein. Beide Kampagnenarten können Deine Produkte mit Shopping Ads bewerben.

Zur Info: Ich habe einen anderen Post, falls Du mehr über die Unterschiede von PMax und Standard Shopping Kampagnen erfahren willst.
Warum empfiehlt Google Catch-All Kampagnen?
Falls Du die Catch-All Empfehlung von Google in Deinem Account siehst, ist das ein Zeichen dafür, dass Du bisher noch nicht alle Deine verfügbaren Produkte mit Shopping Ads bewirbst.
Und ist das ein Problem? Erst einmal nicht.
Falls Du das bewusst so entschieden hast, da Du einige Deiner Produkte aus der Bewerbung nehmen willst, ist das überhaupt kein Problem. Ist das nicht der Fall, dann ist die Empfehlung ein guter Hinweis, dass es Einstellungen wie Produktfilter in Deinen Kampagnen gibt, die manche Produkte einschränken.
Catch-All Kampagne nicht zwingend notwendig
In den meisten Fällen ist es nicht die beste Wahl, alle Produkte in derselben Kampagne zu bewerben, besonders dann nicht, wenn es die einzige Kampagne ist.
Häufig sind die Produkte in einem Online-Shop so unterschiedlich (z.B. im Preis, der Marge oder der Conversion Rate), dass es sinnvoller ist, das Inventar in Unterkategorien aufzuteilen und für jede eine eigene Kampagne zu erstellen. Dann kannst Du auch das Budget und die Gebotsstrategie an die Eigenschaften der Produkte anpassen.
Wie so oft solltest Du auch hier nicht blind den Empfehlungen von Google Ads folgen.
Übrigens gilt das auch für die Empfehlung „Redundante Keywords entfernen” für Suchkampagnen.
Du willst mehr Erfolg mit Google Ads?
Hol dir einen kostenlosen Google Ads Reality Check: ein kompaktes Video (ca. 10 Minuten), in dem ich dir zeige, wo in deinem Konto Budget liegen bleibt – und was du ändern solltest.
Google Ads Reality Check erhalten →
Catch-All Strategien: Wie kann man den Kampagnentyp einsetzen?
Der Begriff Catch-All steht eigentlich nur dafür, das gesamte Inventar mit einer einzigen Kampagne abzudecken. Dafür, wie man das konkret umsetzt, gibt es verschiedene Ansätze.
Im Folgenden findest Du eine Übersicht.
1. Als Ergänzung zu bestehenden Kampagnen
In vielen Fällen dient eine Catch-All Kampagne als Ergänzung zum bestehenden Kampagnenmix. Oft hat man Hauptkampagnen, die nach Produktkategorien, Marge oder Produktperformance segmentiert sind.
Mit diesem Setup kommt es häufig vor, dass viele Produkte nicht von den Kampagnen berücksichtigt werden. Das kann an den verwendeten Produktfiltern oder am Google-Algorithmus liegen, der sich meist auf eine kleine Gruppe gut performender Produkte konzentriert.
Dabei kommt es vor, dass Produkte zu schnell vom Algorithmus aussortiert werden, weil sie sich z.B. saisonal nicht gut verkauft haben.
Eine Catch-All Kampagne kann in diesem Fall eine gute Ergänzung sein. Sie bewirbt vermehrt die Produkte, die von den anderen nicht berücksichtigt werden.
2. Eine Catch-All Kampagne als Hauptkampagne als Datengrundlage
Wenn Du Shopping Ads schalten willst, kann es zu Beginn Deiner Google-Ads-Aktivitäten eine gute Idee sein, alle Produkte in einer Kampagne zu bewerben. Eine ergänzende Suchkampagne ist zusätzlich empfehlenswert.
Die Idee: Du machst Dir die Eigenheiten des Google-Algorithmus zunutze. Denn es ist gut, dass Google sich auf die besten Produkte konzentriert. Nachdem die Kampagne einige Zeit gelaufen ist, kannst Du gut erkennen, bei welchen Produkten sich die Anzeigen lohnen.
Catch-All Kampagne richtig strukturieren
Struktur ist wichtig, damit Du erkennen kannst, wie Deine Produktgruppen funktionieren. Daher solltest Du die Kampagne anhand der Produkteigenschaften in verschiedene Asset-Gruppen (für PMax) bzw. Anzeigengruppen (für Standard Shopping) einteilen.
Wie Du das bei PMax Kampagnen machst: PMax Asset Gruppen richtig strukturieren
Catch-All: Am besten nur temporäre Hauptkampagne
In den meisten Fällen ist es sinnvoll, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen und Deine Kampagnen weiter zu segmentieren.
Wenn es Dein Budget erlaubt, solltest Du also auf Basis der Daten Deine Kampagnen weiter strukturieren.
3. Feed-Only Performance Max als Catch-All-Variante
Anders als Standard Shopping schalten Performance Max Kampagnen standardmäßig nicht nur Shopping-, sondern auch Such-, Display- oder YouTube-Anzeigen.
Es gibt einen Weg, mit PMax nur Anzeigen zu schalten, die auf Deinem Produktfeed basieren. So schaltet die Kampagne nur Shopping und dynamisches Remarketing.
In diesem Artikel geht es im Detail um Feed-Only Performance Max Kampagnen.
Kurz: Erstelle die Kampagne über das Google Merchant Center (so kannst Du sie ohne Asset-Pflicht anlegen), dann in Google Ads die automatisch generierten Assets deaktivieren.

Catch-All-Hygiene: Channel-Distribution und Negative Keywords
Catch-All-Kampagnen bewerben breit. Daher ist es wichtig zu prüfen, ob die Channel-Verteilung dem entspricht, was Du erwartest.
Channel Performance Report nutzen: Schau regelmäßig in den Channel Performance Report (PMax → Insights → Channel Performance). Bei Catch-All ist es nicht selten, dass Display oder YouTube überproportional viel Budget bekommen, ohne dass es zu Conversions führt. Wenn das passiert, ist das ein Signal für Anpassungen (Asset-Qualität, Audience-Signale, oder NK-Pflege).
Negative Keywords als Pflicht-Hygiene: Seit Ende 2025 kannst Du bis zu 10.000 NK direkt in der Kampagne hinterlegen. Bei Catch-All lohnt sich die volle Nutzung: Brand-Kannibalisierung, irrelevante Suchanfragen und schwache Konkurrenz-Begriffe sauber ausschließen. Mehr im Artikel PMax Negative Keywords.
Catch-All Kampagne: Vor- und Nachteile
Vorteile von Catch-All
- Einfach und unkompliziert: Vereinfacht die Kampagnenverwaltung, da alle Produkte in einer Kampagne sind. Zeit und Ressourcen sparen, besonders bei großen Produktkatalogen.
- Datenerhebung: Catch-All Kampagnen ermöglichen es zu erkennen, welche Produkte bei Nutzern Anklang finden. So kannst Du beliebte Produkte identifizieren und weniger erfolgreiche optimieren.
- Komplette Abdeckung: Du stellst sicher, dass alle Produkte die Möglichkeit haben, beworben zu werden.
Nachteile von Catch-All
- Wenig Kontrolle: Ohne Produkteinschränkungen hast Du wenig Kontrolle darüber, wie Dein Budget eingesetzt wird oder welche Produkte am Ende beworben werden.
- Gleiche Gebotsstrategie für alle Produkte: Bei einem teuren Produkt mit guter Marge darf der CPA höher bzw. der ROAS niedriger sein als bei einem günstigen Produkt mit knapper Marge. Bei Catch-All wird darauf keine Rücksicht genommen.
- Wenig Optimierungsmöglichkeiten: Mit allen Produkten in einer Kampagne gibt es wenig Möglichkeiten für die Optimierung. Normalerweise würde man Budgets umverteilen oder Produkte ausschließen.
Catch-All Kampagnen: Kein Allheilmittel
Ich hoffe, ich konnte Dir das Konzept der Catch-All Kampagne verständlich erklären. Es ist wichtig zu verstehen, dass es in den meisten Fällen keine gute Idee ist, nur eine Kampagne zu haben, die alle Produkte gleich bewirbt.
Und sollte das bei Dir funktionieren: Super. Aber für mich wäre das auch ein Zeichen, dass man mit einer anderen Kampagnenstruktur sogar noch mehr herausholen kann.
Ich sehe immer wieder Accounts mit nur einer Catch-All Performance Max Kampagne. Das mag für den Start funktionieren, aber meine Empfehlung ist meist klar:
- Kampagne aufteilen (wenn genug Daten und Budget vorhanden)
- Suchkampagnen als Ergänzung
Als Ergänzung zum Kampagnenmix kann eine Catch-All Kampagne wiederum sehr hilfreich sein. Es lohnt sich, das zu testen.
Vielen Dank, dass Du den Post bis hier gelesen hast.
Work smart with Clicks in Mind
Du willst mehr Erfolg mit Google Ads?
Hol dir einen kostenlosen Google Ads Reality Check: ein kompaktes Video (ca. 10 Minuten), in dem ich dir zeige, wo in deinem Konto Budget liegen bleibt und was du ändern solltest.
Google Ads Reality Check erhalten