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Zielgruppensignale bei PMax Kampagnen: Das musst Du wissen

Veröffentlicht 17. April 2024 Aktualisiert 28. Mai 2026 9 Min. Lesezeit
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Zielgruppensignale (engl. Audience Signals) sind wichtige Bausteine einer Performance Max Kampagne (PMax) in Google Ads. Dabei gibt es immer wieder Verwirrung darüber, wie sie funktionieren. Falls auch Du noch Fragezeichen hast, bist Du hier richtig.

In diesem Post erfährst Du alles, was Du über die Zielgruppensignale wissen musst.

In Kürze: Zielgruppensignale sind eine der wichtigsten Funktionen von Performance Max Kampagnen. Sie dienen als Hinweis für den Google Algorithmus und helfen, die Anzeigen so auszusteuern, dass sie die bestmögliche Zielgruppe erreichen.

Dabei sind sie allerdings keine echte Kontrolle, sondern nur eine Möglichkeit, auf das automatisierte Targeting einzuwirken.

Was sind Zielgruppensignale?

Zielgruppensignale oder auf Englisch Audience Signals dienen dazu, dem Google Algorithmus relevante Zielgruppensegmente für die Asset-Gruppe einer PMax Kampagne zu nennen. Sie basieren auf Eigenschaften und Verhaltensmustern von Nutzern.

Die bereitgestellten Signale fungieren dann als Grundlage für das automatische Targeting der Kampagne.

Ganz wichtig zu verstehen ist dabei, dass Audience Signals nur ein Hinweis für den Algorithmus sind, welche Zielgruppen mit der Kampagne angesprochen werden können. Du kannst damit aber nicht kontrollieren, wer am Ende tatsächlich Deine Anzeigen sieht.

Hier eine kleine Grafik zur Veranschaulichung:

Innerhalb einer Performance Max Kampagne kannst Du für jede Asset-Gruppe eigene Zielgruppensignale hinterlegen.

Audience Signals sind kein echtes Zielgruppen-Targeting

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Audience Signals funktionieren nicht wie das Zielgruppen-Targeting, das wir von anderen Kampagnentypen wie Display kennen.

Sie sind lediglich ein Hinweis für den Google Algorithmus, damit er auf der Suche nach den besten Zielgruppen nicht von Null starten muss. Der Algorithmus kann und wird dabei über die definierten Grenzen hinaus gehen und auch Zielgruppen, die nicht in den Signalen enthalten sind, mit Anzeigen ansprechen.

Diese Zielgruppensignale gibt es

Performance Max Kampagnen werden laufend weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es zwei verschiedene Signaltypen:

  • Suchthemen (engl. Search Themes)
  • Zielgruppensignale

Was hat es damit auf sich?

Suchthemen bzw. Search Themes

Nachdem Performance Max Kampagnen vor allem im Suchnetzwerk mit Such- und Shopping-Anzeigen aktiv sind, spielen die richtigen Suchanfragen bzw. Keywords eine wichtige Rolle.

Um dem Algorithmus zu signalisieren, für welche Suchanfragen Dein Angebot relevant ist, kannst Du in jeder Asset-Gruppe bis zu 50 verschiedene Suchthemen angeben (das Limit wurde 2025 von 25 auf 50 erhöht).

Inzwischen markiert Google jedes Theme mit einer Relevanz-Einstufung: „Sehr relevant”, „Relevant”, „Begrenzt relevant”. Themes mit der Markierung „Begrenzt relevant” lohnen sich, regelmäßig auszutauschen.

Zielgruppensignale

Neben den Suchthemen kannst Du Zielgruppensegmente angeben, für die das Angebot in der jeweiligen Asset-Gruppe relevant ist.

Dabei gibt es die folgenden Kategorien:

  • Selbst erhobene Daten: Hier kannst Du Zielgruppen auswählen, die bereits mit Deiner Website interagiert haben. Das können Remarketing-Listen (Google Remarketing Tag oder GA4 benötigt) oder auch Customer-Match-Listen sein (mehr dazu gleich).

  • Interessenszielgruppen: Hier kannst Du vordefinierte Segmente auswählen, welche mittels Googles großer Datenmenge erstellt wurden. Die Segmente sind in 4 Kategorien aufgeteilt. Zusätzlich kannst Du auch selbst Segmente auf Basis von Nutzereigenschaften erstellen.

  • Kaufbereite Zielgruppen (In-Market): In dieser Kategorie werden Nutzer auf Basis ihrer letzten Kaufabsicht einsortiert.

  • Lebensereignisse (Life Events): Hier kannst Du Nutzer in wichtigen Lebensereignissen wie Umzug, Schulabschluss oder Hochzeit erreichen.

  • Detaillierte demografische Merkmale: Hier basieren die Segmente auf langfristigen Faktoren wie Ehestatus, Ausbildung oder Arbeitgeber.

  • Gemeinsames Interesse (Affinity): Die Segmente basieren auf langfristigen Gewohnheiten oder generellem Interesse. Im Gegensatz zu kaufbereiten Zielgruppen muss hierbei kein akuter Bedarf bestehen.

  • Demografische Merkmale: Hier finden sich die bekannten demografischen Targeting-Optionen Geschlecht, Alter, Elternstatus und Einkommen.

Customer-Match-Listen als stärkstes First-Party-Signal

Customer-Match-Listen verdienen einen eigenen Block, weil sie der stärkste verfügbare Signal-Typ sind. Sie basieren auf echten Kundendaten (E-Mail, Telefonnummer), die Du in Google Ads hochlädst. Google matcht diese mit Login-Profilen seiner Nutzer und kann so eine wertvolle Audience aufbauen.

Damit haben Customer-Match-Listen zwei Vorteile gegenüber anderen Signal-Typen:

  • Hochwertige Datenbasis: Du sagst Google explizit „diese Leute sind meine Kunden”, anstatt sie über Verhaltens-Proxy zu definieren.
  • Cookieless-stabil: Da der Match über Google-Login läuft, ist Customer Match nicht von Third-Party-Cookies abhängig.

Voraussetzungen: First-Party-Daten in ausreichender Menge (Google nennt 1.000 als Mindestgröße, ideal sind 5.000+) und Customer-Match-Programm im Account aktiviert.

Die Vorteile von Audience Signals

Die Verwendung von Zielgruppensignalen bei Performance Max Kampagnen ist optional. Die Kampagnen können auch ohne funktionieren.

Aber mit den richtigen Signalen kannst Du dem Google Algorithmus einen Vorsprung geben und schneller und gezielter die relevante Zielgruppe erreichen.

Hier die wichtigsten Vorteile:

  • Präziseres Targeting: Wenn Du Zielgruppensignale hinzufügst, gibst Du dem Algorithmus schon zum Start wichtige Datenpunkte darüber, wer Deine optimale Zielgruppe ist. Ohne solche Signale muss Google selbst anhand Deiner Website und der Assets analysieren, für wen Dein Angebot geeignet ist. Hierzu wird eine große Bandbreite unterschiedlicher Zielgruppen getestet, was auch zu irrelevantem Traffic führt. Mit den richtigen Signalen stellst Du sicher, dass das Targeting von Anfang an präziser ist.

  • Effizientere Kampagnen: Mit den richtigen Signalen kannst Du besser beeinflussen, dass die PMax Kampagne relevante Zielgruppen anspricht. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Budget für nicht performante Zielgruppen eingesetzt wird. Eine Garantie gibt es nicht.

  • Automatisiertes Targeting: Audience Signals dienen dem Algorithmus als Ausgangspunkt für die eigene Suche nach den besten Zielgruppen. Wenn Du Zielgruppen hinzufügst, von denen Du weißt, dass sie gut funktionieren, kann Google von da aus weiter eintauchen und weitere detaillierte Nutzersignale sammeln.

Zielgruppensignale richtig aufsetzen, 4 hilfreiche Tipps

Grundsätzlich geht es bei den Zielgruppensignalen darum, die bestmögliche Zielgruppe für die jeweilige Asset-Gruppe zu definieren. Im besten Fall sollten die Texte, Bilder, Videos und Produkte zur ausgewählten Zielgruppe passen.

Faustregel: Füge alle geeigneten Suchthemen und Zielgruppen-Eigenschaften hinzu.

1. Nutze Deine Daten

Beim Aufsetzen der Audience Signals solltest Du bestenfalls nicht auf Deine eigenen Vermutungen bauen, sondern die Daten aus Deinem Account nutzen.

Schau Dir an, welche Zielgruppen, demografischen Eigenschaften und Keywords in Deinen anderen Kampagnen gut funktioniert haben, und füge sie zur PMax Kampagne hinzu.

2. Nutze die Power des Remarketings und Customer Match

Performance Max Kampagnen agieren nicht nur im gesamten Google Netzwerk, sie fungieren auch als Remarketing-Kampagne.

Als eines der wichtigsten Zielgruppensignale solltest Du daher Deine Remarketing-Zielgruppen und Customer-Match-Listen hinzufügen.

Diese Zielgruppen sind besonders effektiv, da sie genau die Nutzer enthalten, die bereits mit Deinem Unternehmen interagiert haben oder bei Dir gekauft haben. Das hilft Google dabei, die Eigenschaften Deiner idealen Kunden besser zu verstehen.

Diese Signale kannst Du daher in jedem Deiner Audience Signals hinterlegen.

Übrigens: Hier erfährst Du alles über das Setup für dynamisches Remarketing.

3. Nutze präzise Suchthemen, nicht alle 50 ausreizen

Für jede Asset-Gruppe kannst Du bis zu 50 verschiedene Suchthemen angeben. Hierbei solltest Du darauf achten, dass die hinterlegten Suchthemen nicht zu generisch sind.

Beispiel: Deine Asset-Gruppe bewirbt Laufschuhe für Frauen.

In diesem Fall solltest Du nur Suchthemen verwenden, die für die Produktgruppe relevant sind:

„Laufschuhe für Frauen”, „Frauenlaufschuhe”, „Running Shoes Frauen”, „Damenschuhe zum Joggen”

Vermeide generische Suchthemen wie „Schuhe”.

Konzentriere Dich auf Qualität statt Quantität. Du musst nicht unbedingt 50 Begriffe angeben. Und nutze die Relevanz-Einstufung, die Google Dir gibt, als Feedback: Begriffe, die nach einigen Wochen als „Begrenzt relevant” markiert sind, ersetzt Du durch neue Kandidaten.

4. Erstelle benutzerdefinierte Segmente

Neben den vorgefertigten Zielgruppensegmenten kannst Du in Google Ads eigene Segmente anlegen, die genau auf Dein Angebot zugeschnitten sind.

Diese Option findest Du bei den Audience Signals unter den Interessenszielgruppen:

Falls Du noch kein Segment erstellt hast, kannst Du auf das blaue Plus klicken.

Hierfür gibt es bei Performance Max Kampagnen 3 Eigenschaften:

  • Interessen und Kaufabsichten: Hier kannst Du ähnlich wie bei den Suchthemen Begriffe eintragen, für die sich das Zielgruppensegment interessiert oder Kaufabsichten hegt.
  • Personen, die Arten von Websites besuchen: Hier kannst Du URLs eintragen, die relevant für Deine Zielgruppe sind. Es bietet sich z.B. an, die Websites Deiner Wettbewerber einzutragen.
  • Personen, die Arten von Apps verwenden: In manchen Bereichen kann es hilfreich sein, Personen anhand der Apps anzusprechen, die sie verwenden. So könntest Du bei einer Zielgruppe für Laufschuhe für Frauen z.B. Nutzer von Fitness-Apps ansprechen.

Audience Signals und die Asset-Gruppen-Struktur

Eine Performance Max Kampagne gibt nicht viele Ansatzpunkte, an denen Du die Kampagne beeinflussen kannst. Einer der wenigen sind die Asset-Gruppen, die wir mit passenden Audience Signals erstellen können.

Was ist hierbei das richtige Vorgehen?

Grundsätzlich solltest Du Deine Asset-Gruppen immer anhand sinnvoller Unterkategorien Deiner Kampagne erstellen. Das können detaillierte Produktkategorien, unterschiedliche Vorteile Deines Angebots oder verschiedene Zielgruppen sein.

Bei einer Gruppierung nach Zielgruppen ist es wichtig, dass die Unterscheidung nicht nur auf der Ebene der Audience Signals stattfindet. Denn diese sind nur ein Hinweis für Google und keine echte Kontrolle.

Wenn Du unterschiedliche Zielgruppen ansprechen willst, musst Du auch jeweils passende Texte, Bilder und Videos verwenden.

Falls Du mehr zu dem Thema lesen willst, empfehle ich Dir diesen Artikel: Asset Gruppen für PMax richtig strukturieren

Wie kannst Du Zielgruppensignale optimieren?

Wenn Deine Kampagne genug Daten gesammelt hat, findest Du in den Insights bzw. Statistiken die Zielgruppen, welche überproportional viele Impressionen, Klicks oder Conversions generiert haben. Kurz gesagt: die Zielgruppen, die überdurchschnittlich gut auf Deine Anzeigen reagieren.

Hier ein Beispiel:

In dieser Auswertung solltest Du nach Zielgruppen-Segmenten Ausschau halten, die gut funktionieren, aber noch nicht als Signal zur Kampagne hinzugefügt wurden. Ob das der Fall ist, erkennst Du an der Markierung neben der Zielgruppe:

  • Signal (Blau): Diese Zielgruppe wird bereits als Signal verwendet.
  • Optimized (Grün): Diese Zielgruppe wurde vom Algorithmus identifiziert und funktioniert gut.

Bei letzteren findest Du oft Zielgruppen, die nicht direkt mit Deinem Angebot in Verbindung stehen oder an die Du nicht gedacht hast. Und das ist auch die Stärke von PMax.

Wenn Du in Deiner Auswertung neue Zielgruppen findest, die besonders gut funktionieren, solltest Du sie als Zielgruppen-Signal zur Kampagne hinzufügen. Dies erhöht die Chance, dass sich der Algorithmus noch mehr auf performante Zielgruppen fokussiert.

Im oberen Beispiel würde ich z.B. die Zielgruppe der „Homeschooling Parents” zu den Zielgruppen-Signalen hinzufügen.

Demografische Tiefe im Audience-Reporting

Tipp: Im Audience-Report kannst Du seit 2026 nach Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung und Geo-Daten aufschlüsseln. So kannst Du prüfen, ob Deine Kampagne primär an die Zielgruppe ausspielt, die Du in den Signalen hinterlegt hast, oder ob Google in eine andere Richtung optimiert. Wenn die Verteilung deutlich von Deinen Signalen abweicht, ist das ein wichtiges Optimierungs-Signal.
Wichtig: Wenn möglich, solltest Du Dich auf Zielgruppen fokussieren, die Conversions generieren. Dafür musst Du sicherstellen, dass Dein Conversion-Tracking richtig funktioniert. Das ist essentiell für den Erfolg mit PMax Kampagnen.

Falls Du mehr darüber wissen willst, wie Du Deine Performance Max Kampagnen optimierst, schau Dir diesen Post an: PMax Kampagnen optimieren: 16 Tipps für maximalen Erfolg

Mehr zur systematischen Auswertung im Artikel PMax Kampagne analysieren.

Audience Signals Fazit

Abschließend kann man sagen, dass die Audience Signals für Performance Max Kampagnen sehr hilfreich sind, um dem Google Algorithmus schon zum Start der Kampagne die richtigen Impulse zu geben.

Die Zielgruppensignale sind aber kein allmächtiges Tool, mit dem man die Performance der Kampagne extrem beeinflussen kann. Bzw. ist es schwer, den Effekt direkt nachzuvollziehen.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Deine Kampagne ein Erfolg wird, würde ich Dir trotzdem empfehlen, für jede Deiner Asset-Gruppen passende Signale zu hinterlegen. Folge dafür den Tipps aus diesem Post.

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Kampagnen.

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