Performance Max

Performance Max Lernphase: Alles, was Du wissen musst

Veröffentlicht 7. Dezember 2023 Aktualisiert 28. Mai 2026 8 Min. Lesezeit
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Performance Max (PMax) Kampagnen sind Fluch und Segen zugleich. Du gibst viel Kontrolle ab und hoffst, dass Googles AI im Gegenzug Deine Kampagnenziele effizienter erreicht: mehr Verkäufe, geringere Lead-Preise oder mehr Ladenbesuche.

Um das zu erreichen, greift Google auf eine Vielzahl unterschiedlicher Signale zurück. Manche davon definierst Du bei der Kampagnenerstellung selbst. Den Rest erlernt die AI über die Zeit. Man spricht hier von einer Lernphase. Denn es heißt nicht umsonst Machine Learning.

Um Deine Ziele mit PMax Kampagnen zu erreichen, ist es wichtig, die Lernphase zu verstehen. Das hilft Dir, die richtigen Schlüsse zu ziehen und Dein Budget bestmöglich einzusetzen.

Das wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Typischerweise 2 bis 4 Wochen, kann je nach Budget und Conversion-Volumen zwischen 1-2 Wochen (hohes Budget, 300+ Euro/Tag) und 5-6 Wochen (kleines Budget unter 50 Euro/Tag) liegen.
  • Conversion-Schwellen: Für stabile Optimierung mindestens 30-50 Conversions pro 30 Tage. Target-CPA: 30+ Conversions, Target-ROAS: 50+ Conversions.
  • Reset-Trigger: Budget-Änderungen über ±20 Prozent, Wechsel der Gebotsstrategie, größere Asset-Swaps, Pause über 24 Stunden.

Übrigens: Klicke hier für einen ausführlichen Guide zu Performance Max Kampagnen.

Was passiert in der PMax Lernphase?

Wie der Name schon sagt, versucht Google mit PMax die maximale Performance zu erreichen. Das Grundprinzip ist nicht anders als bei Deinen manuellen Kampagnen: Streuverluste vermeiden und das Budget dort einsetzen, wo es zu Conversions führt.

Die Lernphase Deiner Kampagne beginnt, sobald Du sie erstellt und gestartet hast und sie die ersten Impressions generiert. Dabei fängt die AI aber nicht von Null an. Denn bei der Erstellung der Kampagne hast Du bereits viele wichtige Informationen bereitgestellt:

  • Kampagnenziel und Gebotsstrategie: Das Kampagnenziel ist eines der wichtigsten Signale. Denn die AI muss wissen, ob Du Verkäufe, Leads, Websitezugriffe oder Ladenbesuche generieren willst. Mit der Gebotsstrategie kannst Du Google zudem signalisieren, ob Du die Zahl der Conversions oder den Conversion-Wert bzw. Umsatz optimieren willst.

  • Anzeigen-Assets: Über Asset-Gruppen gibst Du Google die Werbemittel. Zudem gibst Du eine Ziel-URL an. Der Algorithmus nutzt die Informationen auf Deinen Zielseiten (und Deiner gesamten Website) als weitere Signale. Mehr zur Struktur: Asset Gruppen Struktur.

  • Zielgruppen-Signale: Hiermit kannst Du Google verschiedene Zielgruppen nennen, welche Deiner Meinung nach wahrscheinlicher konvertieren. Das können Remarketing-, kaufbereite oder Interessens-Zielgruppen sein. Plus inzwischen bis zu 50 Search Themes pro Asset-Gruppe (vorher 25).

  • Keyword-Einschränkungen: Seit Ende 2025 kannst Du bis zu 10.000 Negative Keywords direkt einer PMax-Kampagne zuordnen, ohne Google Support. Plus Brand-Exclusions auf Kampagnen- und Account-Ebene. Mehr: PMax Negative Keywords.

  • Region und Sprache: Wie gewohnt wählst Du schon bei der Kampagnenerstellung die Zielregion und Sprache Deiner Zielgruppe aus.

Tipp: Stelle Dir die Google AI ähnlich wie ChatGPT vor. Die Qualität der Ergebnisse hängt stark von Deinem Input ab. Je konkreter und detaillierter Du signalisierst, wen Du ansprechen und was Du erreichen willst, desto schneller erzielt PMax gute Ergebnisse.

Was lernt der Google Algorithmus in der Lernphase?

Den genauen Ablauf des Algorithmus kennt man nicht, auch für Google ist es wohl nicht immer klar, wie die AI vorgeht.

Was wir wissen, ist welche Datenpunkte die AI sammelt und analysiert, um Dein Budget mit der Zeit immer effektiver einzusetzen. PMax Kampagnen geben uns über die Insights oder den Bericht zur Gebotsstrategie einen kleinen Einblick.

Die Lernphase ist Testphase

Mit den von Dir bereitgestellten Signalen als Startpunkt testen PMax Kampagnen die Einflüsse verschiedenster Faktoren auf die Performance.

Aus meiner Sicht ist das einer der größten Vorteile des Kampagnentyps. Manuell ist es schlicht unmöglich, so viele Variablen gleichzeitig zu testen.

Was geschieht konkret?

  • Optimierung von Anzeigen: Aus den bereitgestellten Texten, Bildern und Videos erstellt Google eine Vielzahl von Anzeigenkombinationen. In der Lernphase identifiziert Google die stärksten Kombinationen. Welche das sind, siehst Du in den Asset Details. Mehr: PMax Asset Performance auswerten.

  • Testen der Landingpages: In der Standardeinstellung können automatisch andere relevante Seiten Deiner Website als Landingpage verwendet werden.

  • Testen von Audiences und Keywords: Google ermittelt, welche Suchanfragen und welche Zielgruppensegmente zu Conversions führen. Diese können stark von den selbst definierten Signalen abweichen.

  • Testen von Remarketing: PMax Kampagnen fungieren auch als dynamische Remarketing Kampagne. Gerade zu Start fokussiert sich die Kampagne oft auf die „warmen” Remarketing-Zielgruppen.

  • Faktor Ort, Zeit und mehr: Region, Tag, Tageszeit, Gerät. All diese Daten werden analysiert.

  • Gebotsstrategie anlernen: Der Algorithmus lernt, wie er das Budget so einsetzt, dass die Conversion-Wahrscheinlichkeit steigt.

  • Produkte testen: Bei Kampagnen mit Merchant-Center-Feed werden die Produkte getestet. Oft identifiziert Google die Bestperformer und fokussiert sich auf diese.

Info: Das Lernen hört bei PMax Kampagnen nie auf. Auch nach der Lernphase testet der Algorithmus weiter, allerdings nicht so intensiv.

Wie lange dauert die Lernphase für PMax Kampagnen?

Die typische Dauer ist 2 bis 4 Wochen. Es hängt aber stark vom Budget und Conversion-Volumen ab:

  • Hohes Tagesbudget (300+ Euro) und stabiles Conversion-Volumen: 1-2 Wochen
  • Standard-Setup (50-100 Euro Tagesbudget, 30+ Conversions/Monat): 2-4 Wochen
  • Kleines Budget (unter 50 Euro/Tag) oder schwache Conversion-Datenbasis: 5-6 Wochen

Google selbst nennt keine harte Garantie. Was Du aber sicher weißt: ohne mindestens 30-50 Conversions pro 30 Tage findet Smart Bidding keine stabile Optimierung. Konkrete Schwellen je nach Gebotsstrategie:

  • Target-CPA: mindestens 30 Conversions in 30 Tagen
  • Target-ROAS: mindestens 50 Conversions in 30 Tagen

Wenn Du eine erfolgreiche PMax Kampagne haben möchtest, gibt es keinen Weg um diese Lernzeit herum. Trotzdem ist es wichtig, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, wenn die Performance in den ersten Wochen schwankt.

Eine erste belastbare Bewertung der Kampagne kannst Du nach 2-4 Wochen vornehmen, je nach Datenmenge.

Übrigens: In einem anderen Post habe ich alle wichtigen Punkte gesammelt, um Performance Max Kampagnen zu optimieren.

Welche Faktoren beeinflussen die Dauer der Lernphase?

Wie so oft müsste die Antwort eigentlich heißen: Es kommt darauf an.

Wenn Du einen bestehenden Account mit vorhandenen und gut gepflegten Conversion- und Zielgruppen-Daten hast, verkürzt das die Lernphase. PMax Kampagnen nutzen auch die Daten anderer Kampagnen und des gesamten Accounts.

Welche Daten sind von Vorteil?

  • Vorhandene Conversion-Daten in den letzten 2-3 Monaten
  • Gefüllte Remarketing-Zielgruppen und Customer-Match-Listen
  • Informationen zu Zielgruppensegmenten
  • Performante Keywords

Auch die Datenmenge ist relevant

Natürlich beeinflusst auch die Datenmenge die Lernphase. Falls Du mit einer Kampagne eine Vielzahl von Produkten und Landingpages bewerben willst, braucht der Algorithmus länger, um signifikante Daten zu erheben.

Asset-Gruppen-spezifische Lernphase

Wichtig zu verstehen: Die Lernphase gilt nicht nur auf Kampagnenebene, sondern auch pro Asset-Gruppe. Eine neue Asset-Gruppe in einer laufenden Kampagne muss ihre eigene Lernphase durchlaufen, auch wenn die Kampagne insgesamt schon stabil läuft.

Das ist ein häufiger Stolperstein bei Kampagnen-Restructures: Du baust die Struktur um, denkst „die Kampagne kennt das schon”, und wunderst Dich dann über schwankende Performance in den ersten Wochen.

Was triggert eine neue Lernphase?

Jede dieser Änderungen kann die Lernphase zurücksetzen oder verlängern:

  • Budget-Änderung um mehr als 20 Prozent. Das ist die wichtigste Schwelle. Wer skaliert, sollte daher in 15-20-Prozent-Schritten arbeiten, nicht in großen Sprüngen.
  • Änderung des Target-CPA oder Target-ROAS.
  • Wechsel der Gebotsstrategie (z.B. von Maximize Conversions auf Maximize Conv Value).
  • Größere Asset-Swaps (mehrere Assets gleichzeitig austauschen).
  • Pause länger als 24 Stunden. Das partielle Restart-Risiko ist hier real.
  • Hinzufügen oder Entfernen ganzer Asset-Gruppen.

Kleine Änderungen (einzelne neue Headlines, leichte Audience-Signal-Anpassungen) lösen meist keinen kompletten Reset aus, sondern eine kurze Re-Kalibrierung.

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Vermeide diese 3 Fehler in der Lernphase

Drei häufige Fehler, die Du vermeiden solltest:

1. Lernphase unterbrechen

Die Daten, die Du Google beim Erstellen der PMax Kampagne bereitstellst, dienen als Grundlage für die Lernphase. Wenn Du diese während der ersten 2-4 Wochen signifikant änderst, unterbricht das die Lernphase.

Was zählt dazu (siehe Reset-Trigger oben):

  • Neue Asset-Gruppen hinzufügen
  • Asset-Gruppen überarbeiten (Texte, Bilder)
  • Zielgruppensignale ändern
  • Produkte über Listing Groups ändern
  • Budget über ±20 Prozent ändern
  • Gebotsstrategie wechseln
Tipp: Setze die Kampagne von Anfang an so detailliert wie möglich auf. Eine gute Planung ist wichtig.

Übrigens: Eine Unterbrechung der Lernphase kann auch der Grund dafür sein, dass Deine PMax Kampagne nicht das gesamte Budget ausnutzt: Warum Performance Max das Budget nicht ausschöpft.

2. Conversion Tracking ändern

Das Conversion Tracking ist elementar wichtig für den Erfolg Deiner Kampagnen. Die Conversion-Daten definieren Deinen Erfolg.

Sie sind Dein Hilfsmittel, um Google zu kommunizieren, was Du mit der Kampagne erreichen willst. Alle Änderungen am Tracking oder der Wechsel des Kampagnenziels können große Auswirkungen auf die Lernphase und die allgemeine Performance haben.

3. Kampagne frühzeitig stoppen

Die Performance während der ersten 2-4 Wochen ist nicht ausschlaggebend dafür, welches Potential die Kampagne hat. Solltest Du die Geduld verlieren und die Kampagne frühzeitig stoppen, kann Dir eine große Chance entgehen.

Wichtig: Google zeigt nur ein paar Tage den Kampagnenstatus „Gebotsstrategie lernt” an. Diese Anzeige ist nicht relevant für die tatsächliche Dauer der Lernphase.

Lernphase: Investition für maximale Performance

Machine Learning in Google Ads wird immer wichtiger. Nicht umsonst empfiehlt Google ständig, laufende Kampagnen auf Performance Max umzustellen.

Um auch in Zukunft erfolgreiche Kampagnen mit Google Ads zu schalten, ist es wichtig, die AI von Google zu verstehen. Da jedes Unternehmen anders ist, braucht sie Zeit, um zu lernen, welche Faktoren zum Erfolg führen.

Falls Du diesen Post bis hier gelesen hast (Danke), möchte ich, dass Du die folgenden 3 Punkte für Dich mitnimmst:

  1. Performance Max Kampagnen sind eigentlich mehrere Kampagnen in einer. Die AI braucht Zeit, um alle Daten zu analysieren und die Performance zu maximieren, je nach Budget 2-4 Wochen.
  2. In der Lernphase werden alle bereitgestellten und ermittelten Signale analysiert und getestet. Auch pro Asset-Gruppe.
  3. Setze Deine Kampagne von Anfang an richtig auf und mache keine großen Änderungen in den ersten 2-4 Wochen, speziell keine Budget-Schritte über 20 Prozent.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit dem Post weiterhelfen und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Kampagnen.

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