Google Ads ist ein System, das sich ständig ändert. Best Practices von gestern sind heute oft schon überholt. Das Gleiche gilt für den Aufbau von Anzeigengruppen. Du fragst Dich, wie viele Ads Du pro Ad Group brauchst? In diesem Post erkläre ich es Dir.
Warum ist die Anzahl der Anzeigen wichtig?
Die richtige Anzeigengestaltung und -Struktur ist elementar wichtig für erfolgreiche Kampagnen in Google Ads. Dazu zählt auch die Anzahl an verschiedenen Ads pro Ad Group.
Die Anzeige dient dazu, den Nutzern zu signalisieren, dass Dein beworbenes Angebot das ist, was sie suchen. Das gelingt nicht immer auf Anhieb. Ein Indikator dafür ist eine geringe Klickrate (CTR) von unter 3%.
Die Idee von mehreren Anzeigen in einer Anzeigengruppe ist es, verschiedene Anzeigentexte zu testen. So findest Du heraus, welche Art der Kommunikation den größten Erfolg verspricht.
Mittlerweile überholt: So war die Anzeigenstruktur früher
Bis vor kurzem galt folgende Faustregel als Schlüssel zum Erfolg:
Für eine erfolgreiche Anzeigengruppe brauchst Du 3-5 Anzeigen pro Anzeigengruppe.
Außerdem gab es die Strategie, pro Anzeigengruppe nur ein Keyword zu hinterlegen, damit die Anzeigen eine maximale Relevanz zur Suchanfrage haben. Diese Art von Anzeigengruppen nennt man Single Keyword Ad Groups oder kurz SKAGs.
Mehr dazu im Post: Wie viele Keywords pro Anzeigengruppe.
Was hat sich geändert?
Neuer Anzeigentyp
Die alte Faustregel mit 3-5 Anzeigen pro Anzeigengruppe basiert auf dem Anzeigentyp Expanded Text Ad (Erweiterte Textanzeigen). Seit dem 30. Juni 2022 kann man diesen nicht mehr neu anlegen oder bestehende Anzeigen bearbeiten.
Der Anzeigentyp wurde von der Responsive Search Ad (RSA) ersetzt. In neuen Anzeigen kannst Du nur diesen Typ verwenden. Das bringt einige Vorteile und Änderungen mit sich.
Responsive Search Ad vs. Expanded Text Ad
Der Gedanke hinter der Responsive Search Ad ist die Automatisierung von Anzeigentests. Während man bei der alten Variante genau die Slots einer Anzeige füllen konnte (3 Headlines und 2 Descriptions), gibt man in einer RSA bis zu 15 verschiedene Headlines und 4 verschiedene Descriptions an.
Google testet die verschiedenen Textkombinationen automatisch und optimiert so die Performance. So zumindest in der Theorie, in der Praxis klappt das nicht immer.
Keywords werden breiter interpretiert
Google’s Algorithmen sind extrem gut darin, den semantischen Sinn einer Suchanfrage zu verstehen. Deshalb ist es nicht mehr nötig, verschiedene Keyword-Abwandlungen in Deinen Anzeigengruppen zu hinterlegen. Das zeigt sich in dieser Übersicht von Google:

Selbst Keywords in Exact Match (Genau passend) lösen mittlerweile für semantisch relevante Suchanfragen Anzeigen aus, auch wenn sie nicht dasselbe Wort enthalten. Phrase Match und Broad Match werden noch breiter gefasst. Mehr in Match Types in Google Ads.
Single Keyword Ad Groups, die genau ein Keyword enthalten und auf die die Anzeigen hinoptimiert sind, funktionieren nicht mehr so wie früher.
Das beeinflusst auch die optimale Anzahl der Anzeigen pro Anzeigengruppe. Denn Du kannst Deine Texte nicht mehr nur auf eine bestimmte Schreibweise Deines Fokuskeywords konzentrieren, sondern musst auch die anderen Varianten im Auge haben.
Die optimale Anzahl der Ads pro Ad Group 2026
Wie sieht es nach den ganzen Änderungen aus? Wie viele Anzeigen soll man verwenden?
Für eine erfolgreiche Suchkampagne benötigt man nicht zwingend mehr als 1 Anzeige pro Anzeigengruppe.
Google selbst benötigt für seine Tests etwa 2000-3000 Impressions pro Monat pro Anzeige, um diese zu optimieren. Bei ausreichendem Budget kannst Du daher ohne Probleme mit 1 Ad pro Ad Group arbeiten.
Optimierung der Anzeige
Bei Responsive Search Ads funktioniert die Optimierung etwas anders als bei einer Expanded Text Ad. Nachdem Google genug Daten gesammelt hat (2000-3000 Impressionen im Top Segment) findest Du in Deinem Anzeigenbericht unter „View asset details” wertvolle Insights:

Dort findest Du eine Übersicht über die verwendeten Texte und deren Performance. Google teilt diese in Kategorien ein:
- Learning: Google hat noch nicht genug Daten, um eine Einschätzung abzugeben
- Low: Die Leistung des Textes ist schlecht, Du solltest ihn austauschen
- Good: Der Text performt gut, aber es geht besser
- Best: Der Text führt zur besten Leistung

Meine Empfehlung 2026
Wenn Du genug Budget für die Kampagnen zur Verfügung hast, kann Google auch nur mit einer Anzeige schnell Daten sammeln und optimieren.
ABER: Meiner Erfahrung nach dauert es oft recht lange, bis Google genug Daten gesammelt hat und Dir die wertvollen Insights anzeigt.
Aus diesem Grund empfehle ich Dir, immer 2 Anzeigen gleichzeitig zu testen.
So kannst Du unabhängig von Google unterschiedliche Aspekte Deiner Ads testen und schneller lernen, was funktioniert. In sehr großen Anzeigengruppen mit hohem Volumen kannst Du auch alle 3 RSA-Slots nutzen, dann aber bewusst mit 3 unterschiedlichen Hooks oder Angles.
Du willst mehr Erfolg mit Google Ads?
Hol dir einen kostenlosen Google Ads Reality Check: ein kompaktes Video (ca. 10 Minuten), in dem ich dir zeige, wo in deinem Konto Budget liegen bleibt – und was du ändern solltest.
Google Ads Reality Check erhalten →
A/B Testen in Google Search Ads
Es gibt 2 wichtige Aspekte für einen aussagekräftigen Test:
- Das Test-Setup: Was wird getestet?
- Das Entscheidungskriterium: Wie und wann wird entschieden?
Test-Setup
Das Wichtigste ist, dass Du immer nur einen Aspekt gleichzeitig testest. Dafür kopierst Du die bestehende Anzeige und änderst eine Sache. Dann lässt Du beide Anzeigenvarianten gleichzeitig laufen.
Testen kannst Du z.B. folgendes:
- Das Pinnen einer einzigen Headline oder Description
- Austauschen einer Headline oder Description
- Unterschiedliche Landing Pages
Entscheidungskriterium
Nachdem der Test eine Zeit gelaufen ist, musst Du entscheiden, welche Anzeigenvariante die bessere ist. Dafür solltest Du den Test mindestens 30 Tage laufen lassen. Ideal ist es, wenn beide Varianten mindestens 1000 Impressions gesammelt haben.
Ist das der Fall, entscheidest Du auf Basis zweier Metriken: CTR und Conversion Rate.
Hat eine Anzeige eine signifikant höhere Conversion Rate (bei einer signifikanten Anzahl an Impressions), ist diese der Gewinner.
Ist die Conversion Rate etwa gleich, schau Dir die CTR an. Eine höhere CTR ist ein Hinweis auf eine bessere Anzeigenrelevanz und führt mittelfristig zu einem niedrigeren CPC. In diesem Fall ist die Variante mit der besseren CTR der Gewinner.
Optimale Anzahl der Anzeigen in anderen Kampagnentypen
Bisher habe ich in diesem Post exklusiv Suchkampagnen behandelt. Es gibt aber auch andere Kampagnentypen, bei denen die Frage nach der Anzahl der Anzeigen interessant ist.
Wie viele Display Ads pro Ad Group?
Bei Display Kampagnen spielt neben den Texten vor allem das Bild eine zentrale Rolle. Google selbst empfiehlt 3-4 verschiedene Anzeigen pro Anzeigengruppe zu erstellen.
Dann kann der Google Algorithmus herausfinden, welches Bild am besten funktioniert. Das klappt sowohl bei manuellen als auch bei Responsive Display Ads. Wichtig: Nur das Bild ändern, die Texte gleich lassen.
Denk daran: Immer nur einen Aspekt gleichzeitig testen.
Wie viele Asset Groups in einer Performance Max Kampagne?
In Performance Max Kampagnen gestaltet es sich anders. Hier gibt es keine Anzeigen und Anzeigengruppen, sondern beides wird mit Asset Groups abgebildet.
Grundsätzlich solltest Du mit den Asset Groups Deine Kampagne weiter unterteilen. Für jede Unterkategorie Deiner Kampagne solltest Du mindestens eine Asset Group erstellen. Mehr zu den 2026er-Mindestanforderungen findest Du unter Asset-Gruppen-Struktur in PMax.
Hier gibt es keine „beste Anzahl”, da diese vom restlichen Kampagnen-Setup abhängt. Die Obergrenze sind 25 Asset Groups pro Kampagne.
Mehr zur optimalen Struktur von Suchkampagnen unter Wie viele Anzeigengruppen pro Kampagne.
Work smart with Clicks in Mind
Du willst mehr Erfolg mit Google Ads?
Hol dir einen kostenlosen Google Ads Reality Check: ein kompaktes Video (ca. 10 Minuten), in dem ich dir zeige, wo in deinem Konto Budget liegen bleibt und was du ändern solltest.
Google Ads Reality Check erhalten