Die Gruppierung von Keywords in Google Ads hat enormen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Kampagne. Nach mehreren großen Updates (Match-Type-Konsolidierung 2021/2023, AI-Max-Auto-Upgrade ab September 2026) funktioniert die Keyword-Gruppierung 2026 grundlegend anders als noch vor zwei Jahren.
In diesem Post lernst Du, was sich geändert hat und wie Du im neuen Google Ads Umfeld Deine Keywords gruppieren solltest.
Anleitung zum Vorgehen:
- Keywords sammeln
- Oberbegriffe und Zusatzwörter sammeln
- Oberbegriffe und Zusatzwörter in Keyword Themes einteilen
- Keywords nach Keyword Theme gruppieren
Was sind die Vorteile gut definierter Keyword-Gruppen?
Durch gutes und durchdachtes Gruppieren Deiner Keywords profitierst Du mehrfach:
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Relevantere Ads: Mit klaren Keyword-Gruppen kannst Du Anzeigen erstellen, die genau auf die konkrete Suchanfrage eingehen. Sucht ein Nutzer „rote lederjacke”, soll Deine Ad nicht generisch „Jacken” zeigen, sondern direkt zur Auswahl roter Lederjacken führen.
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Besserer Qualitätsfaktor und geringerer CPC: Google’s gesamtes Geschäftsmodell basiert darauf, dass Nutzer finden, was sie suchen. Die Anzeigenrelevanz bestimmt zusammen mit der voraussichtlichen Klickrate (CTR) und der Landing Page Experience den Qualitätsfaktor Deiner Anzeige. Anzeigen mit hoher Qualität werden mit einem geringeren CPC belohnt.
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Leichtere Optimierung: Bei der Optimierung geht es vor allem darum, Streuverluste zu vermeiden. Mit gut abgegrenzten Gruppen kannst Du einfach sagen, welche Suchanfragen Geld bringen und welche Du lieber nicht mehr bespielen solltest.
Du siehst, die Keyword-Gruppierung ist nicht nur ein organisatorisches Thema, sondern führt am Ende auch zu erfolgreicheren und günstigeren Kampagnen.
Nach welchen Kriterien solltest Du Keywords einteilen?
Das Ziel der Gruppierung ist es, die Keywords nach der jeweiligen Suchintention einzuteilen. Frage Dich daher: „Was will der Nutzer wirklich, wenn er diese Wörter in Google sucht?”
Für jede abgegrenzte Nutzerabsicht solltest Du eine Anzeigengruppe erstellen. Man spricht hier auch oft von Keyword Themes.
Was ist ein Keyword Theme?
Ein Keyword Theme ist eine Gruppe von verwandten Suchanfragen, die eine gemeinsame Suchabsicht haben. Bleiben wir beim Beispiel Modegeschäft: Du verkaufst Lederjacken, Jeansjacken und Winterjacken. Die einzelnen Jacken unterscheiden sich nach Eigenschaften wie Farbe, Größe, Preis und Zielgruppe.
Zusätzlich gibt es Zusatzwörter, die etwas über die Absicht einer Suchanfrage aussagen („preis”, „kaufen”, „günstig”, „beste”).
Ein Keyword Theme könnte z.B. sein:
- Jacke kaufen
- Rote Lederjacke Damen
- Beste Winterjacke Herren
Es gibt viele Kombinationen und jede hat eine andere Suchintention.
Was sich 2026 ändert
Die Match-Type-Konsolidierung der letzten Jahre und das angekündigte AI-Max-Auto-Upgrade ab September 2026 verändern die Praxis spürbar. Drei Punkte sind für die Keyword-Gruppierung relevant:
1. Weniger Keywords pro Gruppe, mehr Gruppen: Statt 15-30 Keywords in einer Anzeigengruppe arbeiten fortgeschrittene Accounts heute mit 3-10 fokussierten Keywords. Lieber eine weitere Anzeigengruppe anlegen, wenn ein Thema wirklich anders ist.
2. Broad Match + Smart Bidding wird zum Default: 62 Prozent der Advertiser, die Smart Bidding nutzen, fahren Broad Match als primären Match Type. Die Auction-Time-Bidding-Mechanik kompensiert die Breite mit Auswahl-Präzision in jeder Auktion.
3. AI Max ab September 2026: Search-Kampagnen mit Campaign-Level Broad Match werden automatisch auf AI Max upgegradet. AI Max nutzt zusätzlich Landing Page Content, Account-Assets und URLs als Targeting-Signal. Klassische Keyword-Listen verlieren weiter an Steuerungs-Gewicht, sauber gruppierte thematische Anzeigengruppen bleiben aber die wichtigste Architektur-Entscheidung.
Keyword-Gruppierung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Gucken wir uns nun von Beginn bis Ende an, wie man Keywords für Google Suchkampagnen sammelt, gruppiert und optimiert.
1. Keywords sammeln
Zunächst brauchst Du eine Grundlage an Keywords, bevor es ans Gruppieren geht. Ein sehr hilfreiches und kostenloses Tool für die Keyword-Recherche ist der Google Keyword Planner.
Diesen kannst Du ganz einfach über die Google Ads Oberfläche unter Tools und Einstellungen > Planung > Keyword Planner erreichen.

Im Keyword Planner kannst Du entweder Deine Landing Page scannen lassen und die wichtigsten Begriffe der Seite automatisch erfassen oder Du gibst Deine Ausgangsbegriffe selbst an. Die besseren Ergebnisse bekommst Du meist, wenn Du Deine Begriffe manuell einträgst.
Für das obere Jacken-Beispiel kannst Du etwa die Oberbegriffe eintragen:

Google gibt Dir dann eine lange Liste verwandter Suchanfragen, die Du in Deine Liste mitaufnehmen kannst. Sehr hilfreich sind hierbei auch die zusätzlichen Infos (z.B. Suchvolumen, Wettbewerb oder Klickpreis), die Google bereitstellt.

Gehe die Liste durch und wähle die Keywords aus, die genau zu Deiner Kampagne und den Produkten, die Du bewerben willst, passen. Auch wenn das Suchvolumen oft verlockend aussieht, solltest Du hier eher keine zu allgemeinen Keywords mitaufnehmen (Beispiel: „Mantel”).
Sobald Du alle relevanten Keywords ausgewählt hast, kannst Du sie zu einem Plan hinzufügen und als CSV oder Google Sheet exportieren.
Hierbei zählt: Qualität statt Quantität. Durch die Änderungen in Google Ads benötigst Du nicht mehr so viele Keywords pro Anzeigengruppe. 3-10 saubere Keywords pro Thema sind 2026 die Faustregel.
2. Keyword-Oberbegriffe und Zusatzwörter definieren
Im nächsten Schritt geht es darum, Ordnung in die Keyword-Liste zu bringen. Du untersuchst Deine Liste nach Oberbegriffen und möglichen Zusatzwörtern, welche die Suchintention ändern.
Am besten trennst Du Oberbegriffe und Zusatzwörter in verschiedenen Spalten. Dann kannst Du im nächsten Schritt daraus die Gruppierung vornehmen.
In unserem Fall wären die Oberbegriffe die Produkttypen:
- Lederjacke
- Jeansjacke
- Winterjacke
Mögliche Zusatzwörter könnten z.B. die Farbe, die Größe oder die Zielgruppe sein (für Männer, für Frauen, für Kinder).
Wichtig ist, dass Du nur die hochrelevanten Zusatzwörter behältst.
Weitere Zusatzwörter: Orientierungsbegriffe
Im Suchmaschinenmarketing (SEM) gibt es bekannte Zusatzwörter, die eine klare Aussage über die Suchintention geben. Hier eine Übersicht über die häufigste Einteilung:
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Transaktional / Kommerziell: Nutzer wollen eine bestimmte Handlung durchführen, z.B. kaufen.
- kaufen, bestellen
- Rabatt, günstig, Preis
- download, herunterladen
- mieten, leihen
- beste
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Informativ: Nutzer wollen sich informieren oder eine bestimmte Information finden, oft vor einer Kaufentscheidung.
- Vergleich
- Erfahrungen, Review
- Test
- Anleitung
- Wie
-
Navigation: Nutzer wollen etwas finden, egal ob digital (Website, App) oder analog (Orte, Städte, Geschäfte).
- Wo
- Adresse
Es lohnt sich immer, die Keywords in Deiner Liste nach der Suchintention zu untersuchen. Halte dabei Ausschau nach solchen Signalwörtern.
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3. Oberbegriffe und Zusatzwörter in Keyword Themes einteilen
Wenn Du Deine Keyword-Liste geordnet hast, kannst Du jetzt Deine Keyword Themes definieren. Dabei bildet jeder Oberbegriff allein (z.B. „Lederjacke”) und in Kombination mit einem Zusatzwort (z.B. „rote Lederjacke”) ein Keyword Theme.
Hierbei solltest Du natürlich nicht jede Kombination aufnehmen, sondern nur jene, die für Deine Kampagne sinnvoll sind. Gerade wenn Du ein begrenztes Budget hast, solltest Du Dich eher auf die groben Unterscheidungen konzentrieren.
Eine Unterscheidung zwischen „Lederjacken Herren” und „Lederjacken Damen” ist z.B. in den meisten Fällen wichtiger als eine Unterscheidung nach Farbe.
4. Keywords nach Keyword Theme gruppieren
Nun zur Gruppierung der Keywords. Wenn Du Deine Keyword Themes parat hast, musst Du nur noch die Keywords aus Deiner Liste nach Keyword Theme einteilen. Und fertig.
Jede Keyword-Gruppe kann nun eine Anzeigengruppe in einer Google Suchkampagne werden. Um den Vorteil der durchdachten Gruppierung auszunutzen, musst Du nun passende Anzeigen erstellen und auf die relevanteste Landing Page linken.
Nach der Gruppierung liegt die Entscheidung bei Dir, ob Du alle Keyword-Gruppen in die gleiche Kampagne mitaufnimmst oder Du mehrere Kampagnen erstellst. Das könnte der Fall sein, wenn Du bestimmte Budgets hast oder verschiedene Gebotsstrategien verwenden willst.
Wenn die Kampagne(n) läuft, ist es wichtig, dass Du Deine Einteilung immer wieder überprüfst. Hierfür solltest Du regelmäßig in den Bericht zu den Suchbegriffen schauen.
Ein 2026er-Hinweis zum Schluss: Wenn Du Match-Type-übergreifend mehrere Varianten desselben Keywords hinterlegt hast, prüft Google diese seit Januar 2023 als „Redundante Keywords” und konsolidiert zugunsten Broad Match. Mehr dazu unter Redundante Keywords entfernen.
Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Post weiterhelfen. Viel Erfolg bei der Gruppierung Deiner Keywords.
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